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Freitag, 12. Juni 2026

Es ist eine Erfahrung, die das Leben von einem Moment auf den anderen auf den Kopf stellt: Plötzlich kursieren Unwahrheiten, Gerüchte oder böswillige Behauptungen über die eigene Person. Opfer einer Verleumdung zu werden, trifft Menschen meist völlig unvorbereitet und unverschuldet

Der emotionale Schock und die soziale Isolation

Im ersten Moment dominiert oft die Fassungslosigkeit. Betroffene spüren eine tiefe Ohnmacht, da sich Lügen im Zeitalter digitaler Medien rasend schnell verbreiten. Ein falscher Post oder ein gezieltes Gerücht reicht aus, um den Ruf nachhaltig zu schädigen. 

Opfer fühlen sich ständig beobachtet und verurteilt. Vertraute Strukturen brechen weg, wenn Freunde oder Kollegen plötzlich Distanz suchen. Diese soziale Isolation führt nicht selten zu Angstzuständen, Schlafstörungen und Depressionen. Das Vertrauen in Mitmenschen geht verloren.

Berufliche und existenzielle Konsequenzen

Besonders dramatisch wird es, wenn die Verleumdung den Arbeitsplatz erreicht. Falsche Anschuldigungen bezüglich der Kompetenz oder des Verhaltens am Arbeitsplatz können Karrieren zerstören. 

Arbeitgeber reagieren oft vorsichtig und distanzieren sich, um den Ruf des Unternehmens zu schützen. Für Freiberufler oder Selbstständige bedeutet Rufmord häufig den wirtschaftlichen Ruin, da Kunden wegbrechen.


Der Weg der Gegenwehr: 

Beweise und Recht.Opfer einer Verleumdung dürfen nicht in die Passivität verfallen. Der wichtigste Schritt ist die lückenlose Dokumentation.Screenshots erstellen: Nachrichten, Beiträge und Kommentare digital sichern. 

Zeugen benennen: Personen dokumentieren, die die Aussagen gehört oder gelesen haben.Plattformen kontaktieren: Betreiber von Webseiten zur sofortigen Löschung auffordern.

Rechtlichen Beistand suchen: Ein Anwalt für Medienrecht kann Unterlassungserklärungen durchsetzen.Strafanzeige erstatten: Verleumdung ist eine Straftat und sollte polizeilich verfolgt werden.

Niemand muss diese Last alleine tragen. Neben juristischer Hilfe ist psychosoziale Unterstützung durch Beratungsstellen oder Therapeuten entscheidend, um das Erlebte zu verarbeiten und das eigene Sicherheitsgefühl zurückzugewinnen.

Samstag, 7. Januar 2023

Im Internetzeitalter häufen sich rufschädigende, unwahre Berichterstattungen, welche der Reputation eines Unternehmens nachhaltig schaden können.

Wie wehrt man sich am besten gegen eine Verleumdung? Was ist der Unterschied zwischen übler Nachrede und Verleumdung?  


Mithilfe einer einstweiligen Verfügung kann man als Geschädigter binnen weniger Tage eine Art Sofortschutz gegen Verunglimpfungen und andere ehrverletzende Äußerungen erwirken. Sie ist beim zuständigen Gericht zu beantragen. Eine solche Verfügung ist empfehlenswert, wenn durch andauernde Verleumdung große finanzielle Schäden zu entstehen drohen. Da Gerichtsprozesse im Regelfall lange dauern, kann man so die Verleumdung rasch unterbinden.


Wenn Sie wissen, wer schlecht über Sie spricht, dann konfrontieren Sie diese Person in einem direkten Gespräch. Fragen Sie den Verursacher frei heraus, warum er sich so verhält. Treten Sie dabei souverän und sachlich auf. So machen Sie klar, dass Sie sich nicht in die Opferrolle drängen lassen.

In der strafrechtlichen Praxis ist die Abgrenzung zwischen der Verleumdung und einer üblen Nachrede nach § 186 StGB nicht immer einfach - dies liegt daran, dass es auch bei der üblen Nachrede zur Äußerung einer ehrverletzenden oder verächtlichen Tatsache kommt. In der Rechtsprechung ist es daher durchaus üblich, dass eine Handlung beide Tatbestände erfüllt und somit ein Fall der Idealkonkurrenz nach § 52 StGB vorliegt.

Die planmässig erbrachte Verleumdung ergibt eine Freiheitsstrafe bis drei Jahre oder eine Geldstrafe von mindestens 30 einkommens-/vermögensabhängigen Tagessätzen. Strafmilderung ist möglich, wenn der Täter seine Äusserung vor Gericht als unwahr zurückzieht; dieser Rückzug wird dem Opfer urkundlich bestätigt.

Laut dem Gesetzbuch kann die üble Nachrede wie viele andere Straftaten nicht zeitlich unbegrenzt verfolgt und dementsprechend bestraft werden. Die Verjährungsfrist beträgt hier drei Jahre, was bedeutet, dass nach Ablauf dieser Zeit kein Verfahren mehr stattfindet. Der Beschuldigte muss in diesem Fall keinen negativen Entscheid vom Richter fürchten. 

Vor Ablauf der drei Jahre regelt die Staatsanwaltschaft jedoch jeden Vorfall, der den Bedingungen im Strafgesetzbuch entspricht. Bei Beschimpfung und Verleumdung gilt die Verjährungsfrist ebenfalls, sodass der Täter auch hier nach drei Jahren kein Urteil mehr befürchten muss.

- Wie wehrt man sich am besten gegen eine Verleumdung auf Facebook?
- Wie wehrt man sich am besten gegen eine Verleumdung auf Twitter?
- Wie wehrt man sich am besten gegen eine Verleumdung in Google?

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Dienstag, 29. November 2022

Rechtfertigt eine Verleumdung ein Schmerzensgeld?

Geschichten aus der Gerüchteküche verbreiten sich meist wie ein Lauffeuer, vor allem, wenn sie im Internet veröffentlicht und geteilt werden. Der entsprechende Button „Teilen“ oder „Posten“ ist schnell gedrückt. Und doch ist Vorsicht geboten. 


Opfer einer Verleumdung können mitunter Schmerzensgeld beanspruchen. Unbedachte Äußerungen und auch ehrenrührige Behauptungen, die nicht bewiesen werden können, fallen schnell unter den Straftatbestand der Verleumdung und können den Täter teuer zu stehen kommen. Ihm drohen nicht nur strafrechtliche Konsequenzen. Unter bestimmten Voraussetzungen muss der Täter für die Verleumdung auch Schmerzensgeld zahlen.

Unter welchen Voraussetzungen gibt es bei Verleumdung Schmerzensgeld? Im Zivilrecht herrscht der Grundsatz, dass bei einer Rechtsgutsverletzung nur der materielle Schaden ersetzt ersetzt wird. Schadensersatz für immaterielle Schäden ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Ausnahmsweise wird nach § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) auch der immaterielle Schaden ersetzt, wenn jemand am Körper, an seiner Gesundheit, seiner Freiheit oder seiner sexuellen Selbstbestimmung verletzt wurde.

Bevor der Betroffene für eine Verleumdung Schmerzensgeld beanspruchen kann, muss immer geprüft werden, ob ein Ausgleich oder eine Beseitigung des Schadens auf andere Weise möglich ist. Alternativen sind neben einem Unterlassungsanspruch der Anspruch auf Widerruf bzw. Richtigstellung und die Gegendarstellung. Wenn ein Ausgleich nicht allein durch diese Ansprüche erreicht werden kann, kommt ein Schmerzensgeldanspruch in Betracht.

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